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Was ist ein bedingungsloses Grundeinkommen?

(zuletzt bearbeitet 24.11.2010)
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Inhalt

  1. Zusammenfassung
  2. Definition
  3. Gründe und Argumente
  4. Realisierung
  5. Probleme
  6. Beispiele aus der Zukunft

Einführung

"Können Sie mir mal kurz in wenigen Sätzen erklären, was ein bedingungsloses Grundeinkommen ist?"

Ok, dann schauen Sie mal in die Zusammenfassung.
Aber ein wenig mehr Aufmerksamkeit lohnt sich schon!
Das Thema Grundeinkommen berührt sehr viele und sehr wichtige Aspekte unserer heutigen Gesellschaft. Man wird ihm nicht gerecht, wenn man es zu sehr verkürzt, z.B. nur auf den "Arbeitsmarkt", auf Sozialtransfer oder auf Finanzierungsdetails.

Für mich ist das bedingungslose Grundeinkommen ein zutiefst menschliches Projekt, denn der Mensch steht im Mittelpunkt (und nicht etwa "die Wirtschaft" oder der (Sozial-)Staat).
Das bedingungslose Grundeinkommen soll den Menschen aus existenziellen Abhängigkeiten befreien und seine kreativen Kräfte freisetzen.
Abhängigkeit - das ist z.B. die vom Arbeitsplatz (ein absolutes Totschlagargument heutzutage), das ist die von Behörden und Hartz IV, das ist die mentale und psychische Abhängigkeit von Begriffen und Verhaltensmustern, die in den letzten Jahrzehnten eingeübt und verinnerlicht wurden, aber den globalen Problemen nicht annähernd gerecht werden.
Das bedingungslose Grundeinkommen geht einher mit einem neuen, einem positiven Menschenbild, das in unserem gegenwärtigen System nicht existiert. Es macht Ernst mit der im Grundgesetz verankerten "Würde des Menschen". Die Achtung vor dem Menschen gebietet uns, die Deckung seiner Grundbedürfnisse zu gewährleisten und ihn am Leben der Gesellschaft teilhaben zu lassen. Und dafür braucht er ein Einkommen, das ihm ohne jede Gegenleistung vom Staat gewährt wird. Es ist an kein Wohlverhalten oder sonstige Vorbedingung gebunden - allein die Tatsache, daß ein Mensch als Mensch auf dieser Erde ist, ist Begründung genug!
Bei Kindern und Kranken ist uns das längst selbstverständlich. Nun soll es für alle Menschen gelten.

Der Begriff "Grundeinkommen" oder ähnliche werden inzwischen von vielen Gruppierungen und Parteien in unterschiedlicher Weise benutzt. Sie verbinden damit auch unterschiedliche Zielsetzungen und Realisierungsschritte.*
Doch sollten die Unterschiede zunächst nicht im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die Gemeinsamkeiten und das Neue.
Deshalb folgt das Kapitel über Realisierung und Finanzierung auch als letztes.
Ich rate entschieden davon ab, zu früh Finanzierungsfragen zu erörtern!
Das führt nur von den anderen, anfangs viel wichtigeren Punkten weg.

Es gibt verschiedene Finanzierungsmodelle, die eines gemeinsam haben: sie zeigen die prinzipielle Realisierbarkeit des bedingungslosen Grundeinkommens.
Was sie jedoch nicht zeigen, ist, wie es weitergeht. Es wäre eine Illusion zu glauben, daß die Zukunft vorherzusagen und eine Gesellschaft mit Grundeinkommen genau zu planen ist. Das ist sie genauso wenig wie die heutige.
Das klingt gefährlich und riskant. Das ewige "Weiter so" ist jedoch viel gefährlicher - man ist nur daran gewöhnt. Es braucht Mut, etwas Neues zu beginnen.


*Es gibt jedoch auch Trittbrettfahrer, die als Wolf im Schafspelz daherkommen. Dazu gehört die FDP mit ihrem "Bürgergeld". Das hat nichts mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu tun und auch nicht mit einer Vorstufe davon!